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Der kerzenerleuchtete Altarraum der Kirche. Die Frau und der Mann, die vorn stehen, sind im "Raum des Loslassens"; die Josefskapelle links ist der Raum für das Gedenken.
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Nein - was dieser Abend für manche Besucher bedeutete, was sie gesehen und gefühlt haben, das kann hier nicht wiedergegeben werden. Es wäre indiskret und unerlaubt gewesen, Menschen in ihrer Trauer, in ihrer Versunkenheit, mit ihren Tränen zu fotografieren, Menschen, die sich aneinanderschmiegten, weil sie so vom anderen Trost empfingen.
Dennoch soll kurz und mit einigen "Distanzbildern" berichtet werden - einfach, weil es ein wichtiger Abend für das Leben unserer Pfarrei war - ein Abend auch für die, die sonst nicht regelmäßig zur Kirche finden.
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Vielleicht vierzig oder fünfzig Frauen und Männer mögen es gewesen sein, die sich um 19.00 Uhr in St. Peter und Paul eingefunden hatten; unzählige Kerzen verbreiteten ein warmes Licht. Pfarrer Bünnagel eröffnete den Abend - ohne liturgisches Gewand, einfach in dunkler Kleidung. "Ich steh vor dir mit leeren Händen Herr; fremd wie dein Name sind mir deine Wege...", war das erste Lied, was gesungen wurde. "... mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen? ... Sprich du das Wort, das tröstet und befreit und das mich führt in deinen großen Frieden...". Zwei andere Lieder trug Pfr. Bünnagel, mit der Gitarre begleitet, vor.
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"Raum für Erinnerungen" mit Kerzen, mit Steinen, die man beschreiben und auf den Erinnerungsweg legen konnte. - Das Foto entstand ganz zu Beginn des Abends; später saßen auf Stühlen und Stufen ständig Frauen und Männer, die ihren Erinnerungen nachgingen.
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Am Ende der hinführenden Lieder und Texte erläuterte Herr Lenninghausen die Angebote des Abends: So, wie jeder Mensch eine andere Art hat zu trauern, wie jeder verschiedene Gefühle und Bedürfnisse hat, wie dem einen dies, dem anderen jenes gut tut, so gab es in der Kirche verschiedene "Räume": Es gab einen "Raum der Erinnerungen" (ein Bild davon ist oben zu sehen) , einen Raum für das Gedenken (ein Bild davon hierunter), einen Raum für die Klage (Bild ganz unten), einen Raum für die Wut, einen für die Schuldgefühle, fürs Loslassen, für die Verwandlung und für ein Gespräch (von den letztgenannten Räumen gibt es keine Bilder). Jeder konnte umhergehen, dort innehalten oder bleiben, wo er spürte, dass es ihm gut tat, oder sich einfach ins Kirchenschiff setzen, nachdenken, nachsinnen, nachfühlen, beten, der leisen Musik lauschen.
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Auch die Räume, die nicht abgebildet sind, sind eine kurze Beschreibung wert: im "Raum für die Wut" stand eine schwer Matte, auf die man einschlagen konnte (und auch einschlug!).
Der "Raum für Schuldgefühle" war vor dem Beichtstuhl, eine Sitzkreis mit einem großen Franziskuskreuz in der Mitte.
Der "Raum fürs Loslassen" ist - von weitem - auf dem obersten Bild erkennbar: Eine Schale mit glühender Holzkohle, auf die man Weihrauchkörner streuen konnte.
Der "Raum der Verwandlung" war die Michaelskapelle; hier leiteten Herr Lenninghausen und Herr Lepper zur Meditation eines Bildes von Hieronymus Bosch an - hier (in dieser Weise auch nur hier!) wurde ein Schritt von der Trauer zu einem neuen Leben jenseits der Trauer gezeigt.
Der "Raum für das Gespräch" war die Marienkapelle; Pfr. Bünnagel war für diejenigen, die es wollten, Gesprächspartner. Gesprächs- partnerinnen waren aber auch Frauen aus der Hospizbewegung, die an zwei anderen Stellen der Kirchen bereit waren zuzuhören und mitzufühlen.
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Der "Raum für das Gedenken": hier stand das Buch mit den Namen der Toten des letzten Jahres;
hier konnten Gedanken oder Bitten aufgeschrieben oder Kerzen entzündet werden.
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Auf diese Weise gelang es, allen Trauernden einen Ort anzubieten, der ihrer persönlichen "Trauergeschichte" entsprach, ihrer eigenen Art, mit ihre Gefühlen umzugehen, ihrer Art der Gläubigkeit, Nicht-Gläubigkeit oder vielleicht Nichtoderjadochgläubigkeit. Gegen 21.00 Uhr schloss der "offizielle" Teil des Abends; wer bleiben wollte, konnte bis etwa 22.00 Uhr bleiben.
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Vorbereitet hatte den Abend das Team "Statt-Mission" aus dem Pfarrgemeinderat, mitgeholfen haben Mitarbeiterinnen der Hospibewegung - mit geradezu unglaublicher Liebe und Sorgfalt und Sinn für Stil: es stimmte einfach alles: das Licht der Kerzen, die Tücher, die Gedenksteine (Steine und nicht Zettel!), die Klagemauer, die ausgelegten Texte zum Mitnehmen...
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Eine Klagemauer als "Raum für meine Klage";
die angehefteten Texte sind Auszüge aus Klagepsalmen.
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Vielleicht kann ein solcher Abend in etwa einem Jahr wiederholt werden?
Josef Pietron
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St. Jacobus, Ratingen-Homberg (Pfarrei St. Peter und Paul)
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