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"Denk an mich" war die Überschrift über diesen wunderbaren Abend mit Orgel und Video; Michael Carstens trug mit seinen Videoprojektionen, Ansgar Wallenhorst mit seinem Orgelspiel dazu bei. Etwa 80 Besucherinnen und Besucher mochten es gewesen sein, die gebannt dem Orgelspiel lauschten und fasziniert den Bewegungen der Bilder zu folgen suchten - in einer so dichten Atmosphäre, dass der Unterzeichner oft nicht fotografieren mochte, weil ihm das Klicken des Kameraverschlusses schon als eine Störung der dichten Spannung erschien.
Im ersten Teil ging um "Bilder der Sehnsucht und Traumbilder" - um ein Sammeln der Gedanken und Gefühle, so wie zu Beginn des Gottesdienestes im Tagesgebet (lat.: "Collecta") die Gedanken und Gefühle angeschaut und vor Gott getragen werden sollen.
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Ansgar Wallenhorst spielte Musik von César Franck, Charles-Marie Widor und Louis Vierne, und Michael Carstens zeigte Videosequenzen dazu. Ein Mensch, der über einen grünen Deich ging, Tropfen, die ins Wasser fielen, Abendstimmung am Meer, aber auch Kirchenmotive waren nur einige der Bilder, die man erkennen mochte. Das Ganze war nicht ein fertiger Film, der gezeigt wurde, sondern es war eine hier und jetzt entstehende Improvisation aus Videoszenen, die in ihrer Mischung und in ihrem Tempo das aufzunehmen suchte, was Ansgar Wallenhorst an der Orgel spielte. Das Ganze wurde auch nicht auf eine (einzige) Leinwand projiziert, sondern auf fünf Flächen im Kirchenraum; auch die Gebrochenheit der Bilder, die sich daraus ergab, dass Strebepfeiler und Malerei unserer Kirche das Bild mitprägten, trug zu dem besonderen Eindruck bei.
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"Gedenken" war der zweite Teil überschrieben.
Während Ansgar Wallenhorst von Louis Vierne die "Stèle pour un infant défunt" (Grabmal für ein verstorbenes Kind), von Jehan Alain die "Danse funèbre" und von Olivier Messiaen "Le Banquet célèste" (zum Gedenken an Kard. Lustiger) spielte, zeigte Michael Carstens Videosequenzen, in denen ein Kindergesicht zu erkennen war, das sich drehte - wie etwas, was einem nicht aus dem Kopf geht - , einem Kind, das dastand - Schilf am Wasser - Kathedralenszenen...
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Leider gelingt es nun einmal nicht, die besondere Aussage sich bewegender und sich wechselseitig aufhebener, sich ablösender Bilder in einem Foto einzufangen - noch weniger das, was dann Musik und Bilderfolgen gemeinsam als beim Zuschauer hinterlassen. Der Wechsel vom Hellen zum Dunklen, Bilder, die sich ineinander schieben, können ebensowenig fotografisch eingefangen werden wie ein Dom, der sich in beschneite Berge verwandelt und eine Kirche, die zu einem Notenblatt wird.
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"Kaddisch" war die Überschrift über den dritten Teil des Abends - ein jüdisches Gebet zum Totengedenken: der Abend fand am 9. November statt und war demnach eine "Jahresnacht" der Reichspogromnacht im Dritten Reich. Flammen sah man - Bücher, die hin und her schwangen - Menschen, die hin und her gerissen wurden - Menschen, die sich Augen, Ohren und den Mund zuhielten - Mauern, die zerfielen - und immer wieder Flammen;
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jetzt gab Michael Carstens Motive und Tempo vor, und Ansgar Wallenhorst improvisierte zu den Videoszenen.
Am Ende - gegen 22.30 Uhr - mochte zunächst keiner Beifall klatschen - erst als der Bann gelöst war, kam starker Beifall auf, und viele Gespräche der abendlichen Besucher mit den beiden Künstlern zeigten, wie tief Bild und Musik beeindruckt hatten.
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Michael Carstens
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Ansgar Wallenhorst
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Josef Pietron
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St. Jacobus, Ratingen-Homberg (Pfarrei St. Peter und Paul)
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