Orgelnacht

   

Nacht der Sinne

Annette Blazek – jetzt bei uns bis mindestens 2010

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„Mich faszinieren die Vielseitigkeit der Aufgaben, die immer neuen Begegnungen mit vielen verschiedenen Menschen aller Altersstufen und das schöne Gefühl, gemeinsam mit anderen den Glauben an Gott zu leben und zu feiern“: schrieb Annette Blazek im September 2003, als sie nach Ratingen kam und sich den Gemeinden vorstellte.

Und genau so haben wir sie erlebt. Mit Messdienern übte sie liturgischen Abläufe ein und machte mit ihnen Ausflüge. Im Jugendleitungsteam arbeitete sie mit, bereitete Gottesdienste und Nachtwachen vor und organisierte Ferienfreizeiten. Jugendliche (und deren Eltern) lernten sie bei der Firmvorbereitung kennen – und nicht zuletzt fiel der Weltjugendtag mit einer unbeschreibbaren Vielfalt und Menge an Aufgaben in ihren Bereich. Dass sie außerdem in Gottesdiensten mitwirkte, Worte an die Gemeinde sprach und schrieb, auf fast allen Gemeindefesten zugegen war und stets Zeit für ein Gespräch fand, bedarf kaum der Erwähnung.

Aber das, was die Gemeinden in den letzten Jahre von ihr gesehen haben, war nur ein Teil ihrer Tätigkeit. Annette Blazek war als Pastoralassistentin bei uns, und eine Assistentin hat auch noch zu lernen. Ähnlich wie Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Referendarzeit zwar in der Schule arbeiten, aber parallel an Lehrgängen im Bezirksseminar teilnehmen, so war auch unsere – ehemalige – Pastoralassistentin immer wieder zu Werkwochen und Studientagen unterwegs. Kommunikation in der Seelsorge, Gemeindekatechese, seelsorgliche Gesprächsführung, Weltmission, Leiten von Gruppen, Erwachsenenbildung, Caritas, Kirchliche Jugendarbeit, Rhetorik/Predigtlehre: das waren nur einige der Themen, die auf dem Programm standen. Außerdem galt es, Projektarbeiten zu erledigen (u. a. eine Gemeindeanalyse). Den Abschluss der Ausbildung bildete die „Zweite Dienstprüfung“.

Das war anstrengend. Aber sie hätte sicherlich ebenso müde wie glücklich ihre bestandene Prüfung feiern können, wäre ihre Übernahme in den kirchlichen Dienst wegen eines noch nicht abgeschlossenen Eheverfahrens nicht verweigert worden. So führte ihr Weg zur Arbeitsagentur: sie musste sich arbeitslos melden. Dass sie – als geprüfte Pastoralreferentin – ehrenamtlich („i.E.“ – „im Ehrenamt“) die Jugendarbeit in unserer Pfarrei weiterführte, entsprach gleichermaßen ihrem Wunsch, dem der Jugendlichen, des Seelsorgeteams und der verantwortlichen Gremien. Über das Hauptamt – so war zu hören – mag der Bischof entscheiden; über das Ehrenamt wird vor Ort entschieden.

Verschiedene Bilder aus dem Gottesdienst; ganz oben trägt A. Blazek die Lesung vor, darunter Pfr. Wagner bei der Predigt, die unteren Bilder entstanden beim Auszug aus der Kirche. -
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Im Juni dieses Jahres kam dann das erlösende Urteil des kirchlichen Ehegerichts, und am 2. September wurde sie in Köln-Mülheim gemeinsam mit 14 weiteren Gemeinde- und Pastoralreferenten zum Dienst im Bistum beauftragt. Am Tag danach, in der Abendmesse des 3. September, feierte sie gemeinsam mit der Pfarrei und die Pfarrei gemeinsam mit ihr den Dank für ihre Beauftragung.

„Steh auf und iss, sonst ist der Weg zu weit für dich!“, hieß es in der Lesung, die Frau Blazek gewählt hatte (1 Kg 19,1-18), und vom Weg war auch im Evangelium die Rede, vom Emmausweg nämlich, den die Jünger aber nicht allein, sondern miteinander gingen, nicht zuletzt begleitet von dem unbekannten Dritten, der sich als Jesus Christus offenbarte (Lk 24,13-35). Der Prediger, vor 14 Jahren „ihr“ Kaplan in Bensberg, brachte die Texte auf ihre Situation hin zum Sprechen. „Wer Gottes Sorge in seinem Leben erfahren hat, kann sie anderen Menschen schenken, die ebenso auf dem Weg sind: Das wünsche ich dir“: damit schloss er die Predigt.

Nach der Messe kamen Jung und Alt aus allen Gemeinden, um Frau Blazek Glückwünsche auszusprechen. Frau Theißen dankte ihr im Namen des Pfarrgemeinderats für die intensive bisherige Arbeit, nicht zuletzt beim Weltjugendtag, Dechant Bosbach sprach ihr Glückwünsche aus im Namen des Dekanats. Alle Jugendlichen kamen mit einer Sonnenblume „als Dank für die Sonne, die du der Jugend gebracht hast“. Pfarrer Bünnagel schließlich erinnerte an ein Wort, das er bei Frau Blazek gelernt hatte: „Sollte das Erzbistum sagen, es geht nicht, dass Ihre Pastoralreferentin bis mindestens 2010 in Ratingen bleibt, dann werden wir sagen: ‚Geht nicht: gibt’s nicht!’“

Josef Pietron

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St. Jacobus, Ratingen-Homberg (Pfarrei St. Peter und Paul)