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Taizégebet

FastenZeitKunst in St. Peter und Paul

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Wer in diesen Tagen unsere neue Pfarrkirche betritt, hat einen ungewohnten Anblick - zumindest dann, wenn er nicht schon seit Jahren regelmäßig in der Fastenzeit nach Peter und Paul ging: Alle Kreuze, alle Figuren der Heiligen sind verhüllt - dafür hängen im Altarraum sieben Bilder des Künstlers Uwe Appold, und an den Säulen der Kirche hängen Texte von Pfr. Bünnagel und Pfr. Brinkmann, von Kindern aus der Kindertagesstätte, von Edith Bohnen, dem verstorbenen Bundespräsidenten Johannes Rau und dem Ratinger Bürgermeister Harald Birkenkamp.

Die Bilder im Altarraum sind Illustrationen zu den sieben Sendschreiben der Offenbarung des Johannes: Mahn- und Ermutigungsschreiben an kleinasiatische Gemeinden aus dem 1. Jahrhundert. Sie sind in schwer verständlicher Sprache abgefasst, was der Künstler durch die

geometrischen, aber nicht sofort verständlichen Formen zum Ausdruck bringen will. Jede Form hat ihre Bedeutung, aber in der Linie der verhüllend-offenbarend-verhüllenden Sprache bleibt es der Aufmerksamkeit des Betrachters überlassen, darin das Zusammenspiel von Erde und Himmel, Gott und Mensch zu lesen.

Die Texte an den Säulen hingegen sind moderne Sendschreiben: Mahnungen, Ermutigungen, Wünsche von Kindern, Frauen und Männern unserer Zeit an die christlichen Gemeinden im 21. Jahrhundert. Verfasst haben sie Kinder der Kindertagesstätte, Pfarrer Bünnagel und der ev. Pfarrer Brinkmann, der Bürgermeister von Ratingen, Harald Birkenkamp, und die Vorsitzende des SKF, Edith Bohnen; und es findet sich dort ein Text des kürzlich verstorbenen Bundespräsidenten Johannes Rau. - Der siebte Text sollte von Kirchenbesuchern geschrieben werden; zu einem "Sendschreiben" kam es aber nicht.

Pfarrer
Bünnagel

Pfarrer Brinkmann

Johannes Rau

Edith
Bohnen

Harald Birkenkamp

Kirchen-
besucher

Kinder der Kita

Wenn Sie die Sendschreiben anklicken, werden die Texte lesbar. - Sie können von Sendschreiben zu Sendschreiben weiterklicken.

Am 13. März wurden die ersten beiden Sendschreiben aus der Offenbarung des Johannes vorgetragen. Etwa 50 Frauen und Männer waren gekommen, um Bild und Wort, Musik und Stille in sich aufzunehmen.

"Religion ist Unterbrechung", begann Ansgar Wallenhorst die Einführung. Kategorien der Unterbrechung sind Liebe - Solidarität, die sich Zeit nimmt - Erinnerung, die sich das Recht nimmt, im Jetzt anzuklopfen und die Herrschaft der Gewinner in Frage zu stellen. Musik, Kunst und Literatur sind Medien, in denen die Religion sich meldet, ihren Anspruch, anzuklopfen, geltend macht.

In der fast dunkeln Kirche - nur die Bildtafeln zu den Sendschreiben waren beleuchtet, dazu ein Kreuz - trug Annette Blazek dann das Schreiben an die Gemeinde in Ephesus (Offfb 2,1-7) vor, was Ansgar Wallenhorst in einer Orgelimprovisation "nach-meditierte". Das Schreiben an die Gemeinde in Smyrna (Offb 2,8-11) schloss sich an, wiederum gefolgt von einer Orgelimprovisation. Etwa 45 Minuten dauerte der Abend, den wohl keiner als lang empfand.

Aus dem Sendschreiben an die Gemeinde in Ephesus

Ich kenne deine Werke und deine Mühe und dein Ausharren; ich weiß, du kannst das Böse nicht ertragen...

Du hast ausgeharrt und um meines Namens willen Schweres ertragen und bist nicht müde geworden. Ich werfe dir abe vor, dass du deine erste Liebe verlassen hast...

Kehr zurück zu deinen ersten Werken!

FastenZeitKunst - Ansgar Wallenhorst an der Orgel FastenZeitKunst - Ansgar Wallenhorst an der Orgel FastenZeitKunst - Ansgar Wallenhorst an der Orgel FastenZeitKunst - Ansgar Wallenhorst an der Orgel
FastenZeitKunst - 1. Abend

Aus dem Sendschreiben an die Gemeinde von Smyrna

Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut, und doch bist du reich...

Fürchte dich nicht vor dem, was du noch erleiden musst. Der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, um euch auf die Probe zu stellen, und ihr werdet in Bedrängnis sein, zehn Tage lang.

Sei treu bis in den tod, dann werde ich dir den Kranz des Lebens geben.

FastenZeitKunst - 1. Abend

Für den, der die Texte nachlesen will: Die weiteren fünf Sendschreiben sind zu finden unter Offb 2,12-17 (An die Gemeinde in Pergamon), Offb 2,18-29 (An die Gemeinde in Thyatira), Offb 3,1-6 (An die Gemeinde in Sardes), Offb 3,7-13 (An die Gemeinde in Philadelphia) sowie unter Offb 3,14-22 (An die Gemeinde von Laodicea).

Die Einführung von Ansgar Wallenhorst - darauf wies er hin - hat sich inspieren lassen von Johann Baptist Metz, Glaube in Geschichte und Gesellschaft, Mainz: Grünewald-Verlag 1977, 150f.

Josef Pietron

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St. Jacobus, Ratingen-Homberg (Pfarrei St. Peter und Paul)