Pfarrei St. Peter und Paul, Ratingen
Gemeinde St. Jacobus der Ältere,
Ratingen-Homberg
Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last,
ach, Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelen
das Heil, für das Du uns bereitet hast.
Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus Deiner guten und geliebten Hand.
Doch willst Du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört Dir unser Leben ganz.
Laß warm und still die Kerzen heute flammen,
die Du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.
Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all Deiner Kinder hohen Lobgesang.
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.
In seiner Predigt ging Pfarrer Füsgen von der ev. Jahreslosung aus: "Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit" (2 K 12,9). Dabei arbeitete er heraus, wie Paulus sich mit diesem Wort absetzte gegen all die, die immer alles wissen, die stets beanspruchen, die einzigen zu sein, die eine wirkliche Glaubenserfahrung gemacht haben, die allein über die Wahrheit verfügen wollen. Dies mag man heute auf Nigeria und Ägypten beziehen, wo sich der Islam und das Christentum um die Wahrheit streiten, aber - so direkt sagte Pfarrer Füsgen es nicht, aber ich denke, man darf in seinem Sinne den Gedanken fortführen - es gilt auch innerhalb des Christentums selber in den Fragen der Jahrhunderte alten Konfessionsstreitigkeiten... Christlicher Glaube ist nämlich gerade nicht durch einen Siegeswillen oder gar die Siegespflicht gekennzeichnet; christlicher Glaube bedeutet nicht, den anderen zu überwältigen, sondern die Schatten zu sehen - beim andern, aber auch bei einem selber.
Veranschaulicht hat Pfr. Füsgen diese Gedanken an dem Bild von Thomas Schmid zur Jahreslosung. Umrahmt wurde die Predigt von dem Lied, dessen Text Dietrich Bonhoeffer im KZ geschrieben hatte: "Von guten Mächten wunderbar geborgen" (siehe rechts).
Im Wechsel sprachen Pfr. Füsgen und Pfr. Bünnagel den Segen. Der Chor beschloss den Gottesdienst mit "Jetzt fangen wir zu singen an", bevor man noch gemeinsam im Luthersaal mit einem Glas Wein auf das neue Jahr anstieß. | Josef Pietron
"Das alte ist vergangen, das neue angefangen", erklang es am 1. Januar vom Turm der Jacobuskirche. Josef Pietron hatte es gespielt, der neben Michaela Oelmann und dem "Beiermeister" Peter Peiffer zum Team der katholischen Beiersleute gehört. Aber kaum war das Lied beendet, begannen die Glocken der Christuskirche den "Freudenruf" zu läuten; Alexander Bammert, Roland Bruckhaus, Carsten Printz waren es, die hier an den Seilen zogen, mit denen die Glocken angeschlagen wurden. Als die "evangelischen Glocken" aufgehört hatten, griffen die "katholischen Glocken" die Melodie auf und wiederholten sie. So ging es - mit anderen wechselnden Melodien - eine halbe Stunde lang weiter, bis Peter Peiffer das Beiern mit dem Lied, besser vielleicht: dem Gebetsruf: "Hilf, Herr meines Lebens" das Neujahrsbeiern beendete.
Wohl noch nie waren so viele Zuhörer erschienen, die von der Dorfstraße aus den Klängen lauschten; etwa 100 waren es gewesen; dankenswerter Weise hatten beide Ratinger Tageszeiten im Vorhinein auf das Beiern hingewiesen und vielleicht Manchen neugierig gemacht, der allein durch Gemeindewebsites und Pfarrbriefe nicht angelockt worden wäre.
Pünktlich um 17.00 Uhr begann dann der ökumenische Neujahrsgottesdienst, in diesem Jahr in der Christuskirche; Pfarrer Füsgen und Pfarrer Bünnagel waren die Liturgen; "Wie schön leuchtet der Morgenstern", sang der Chor der Christuskirche unter Leitung von Heinrich Arndt zu Beginn des Gottesdienstes.









